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20.04.2021 - Einen Gast von der Talstation auf die Bergstation zu befördern ist die eine Sache. Ihm dabei ein gutes Gefühl und ein einmaliges Erlebnis zu vermitteln und dabei seine Erwartungen während des ganzen Tages zu übertreffen die andere. Im Interview mit der Stefan Reichmuth, Leiter Gästeservice der Arosa Bergbahnen AG, im Swiss Orienteering Magazine 03/2021 kamen diese Aspekte, aber auch Erwartungen an die Swiss O Week zu Sprache.

Stefan ReichmuthFür die Arosa Bergbahnen AG ist die Swiss O Week 2021 hauptsächlich aus zwei Gründen sehr willkommen. Einerseits bedeuten die vielen OL-Gäste im Sommer ein willkommenes, zusätzliches Transportvolumen und zweitens beladen OL-Läuferinnen und Läufer die Transportanlagen nicht mit sperrigen Geräten, wie etwa die Biker. Eher weniger bekannt ist, dass die Arosa Bergbahnen mit der Arosa Mountain Lodge einfache Unterkünfte für rund 300 Personen mitten im Dorf anbieten.

Angesprochen auf die Corona-Problematik äussert sich Stefan Reichmuth in seiner Funktion als Leiter Marketing/Gästeservice/Events einigermassen gelassen. Man habe im Sommer 2020 und im Winter 2021 viel gelernt und entsprechende Massnahmen festgelegt: Beispielsweise eine Kapazitätsbegrenzung für Personen in geschlossenen Anlagen eingeführt, bei Grossandrang wurde auf fixe Fahrzeiten verzichtet und dafür unterbruchlos gefahren. Dieser Betrieb könnte je nach Andrang auch während der SOW gelten, denn aus zwei Gründen sind Infektionen zwingend zu verhindern. Ansteckungen würden unweigerlich das Personal in Mitleidenschaft ziehen, und alle von den Bahnen versorgten Restaurants sollen sich auf „saubere Transporte“ verlassen können.

Zum Thema Sauberkeit respektive dem Abfall-Bewusstsein vieler Wintergäste hat Stefan Reichmuth eine dezidierte Meinung. Es gebe wohl niemand, der dem Motto „Die Umwelt ist das Kapital von Arosa“ widerspreche. Was dann aber bei der Schneeschmelze alles zum Vorschein komme, sei ganz einfach eine grosse Saue-rei. Schulkinder würden dann stundenlang „fötzelen“, gelegentlich mit Anspielungen, die Klimajugend der Städte könnte gescheiter helfen beim Abfall sammeln, statt Schulstunden zu schwänzen. Doch das OL-Publikum sei geradezu ein Beispiel in Sachen Sauberkeit. Von Kollegen habe er vernommen, dass in Gstaad ein Etappenort schon wenige Stunden nach dem letzten Zieleinlauf sauber aufgeräumt wieder dem Besitzer übergeben wurde.

Auf die Frage, wie er persönlich zum Orientierungslaufen stehe, folgt eine ehrliche Antwort: Jogging-Sport ja, den betreibe er, jedoch für Karte und Kompass wären unzählige Nachhilfestunden nötig. Von seinem Vater habe er zwar gelernt, dass man auch ohne elektronische Hilfsmittel wandern könne, aber die „cheiben Höhenkurven“ seien eben nur auf den Landkarten flach …!

Oskar Schiess

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